Fotobrief vom 9. April 2020 – Halo – Hallo

... wie in meinen Fotobriefen bereits erwähnt, bezeichnet man als Korona (lateinisch corona - „Kranz, Krone“) eine Leuchterscheinung um Mond oder Sonne, die durch Beugung des Lichts verursacht wird – im Gegensatz zu Regenbögen oder zu Halo-Erscheinungen, die beide durch Brechung entstehen.

Einen wunderschönen Halo als Beispiel für eine Brechung des Lichtes an Eiskristallen möchte ich heute zeigen. Damit Halos entstehen können, müssen die Eiskristalle möglichst regelmäßig gewachsen und durchsichtig klar sein. Meist bilden sie sich in großer Höhe von 8 bis 10 km und ihr Vorhandensein wird durch Zirrhuswolken angezeigt, hier gut zu sehen: 

Halbinsel Snaefellsnes, Halo

Die beiden Fotos entstanden im August 2015 auf Island. Der Halo stand über eine halbe Stunde am Himmel, so dass ich mir in Ruhe noch einen anderen Vordergrund suchen konnte. Auf Island gibt es beeindruckende Lavafelder, die teilweise von Moos und Flechten überwachsen sind und Grundlage vieler Sagen und Mythen bilden:

Halbinsel Snaefellsnes, Halo

Der Vollständigkeit halber erwähne ich an dieser Stelle noch kurz den Halo-Effekt, der nun so gar nichts mit Astronomie und Optik zu tun hat, sondern eine aus der Sozialpsychologie bekannte kognitive Verzerrung beschreibt. Er wurde erstmals 1907 beobachtet und später als Terminus von E. L. Thorndike eingeführt. Der Halo-Effekt (halo = Heiligenschein) ist ein systematischer Fehler der Personenbeurteilung, bei dem ein einzelnes Merkmal einer Person so dominant wirkt, dass andere Merkmale in der Beurteilung dieser Person sehr stark in den Hintergrund gedrängt bzw. gar nicht mehr berücksichtigt werden. Ein positiver Eindruck „überstrahlt“ die weitere Wahrnehmung der Person und beeinflusst so den Gesamteindruck unverhältnismäßig. Darüber hinaus wird ausgehend von dem gewählten Merkmal auf weitere Eigenschaften der Person geschlossen, ohne dass hierfür eine objektive Grundlage vorliegen muss. Ausgangspunkt für den Halo-Effekt sind vor allem markante Merkmale der zu beurteilenden Person. Der Effekt der physischen Attraktivität ist besonders häufig belegt worden. Ein typisches Beispiel für einen Halo-Effekt ist, wenn ein Lehrer die Leistungen eines gut aussehenden und freundlichen Schülers höher bewertet, als sie es objektiv im Vergleich mit den Leistungen anderer Schüler sind. Bei einer negativen Verzerrung spricht man dagegen nicht vom Heiligenschein, sondern vom Teufelshörner-Effekt.

Mit Teufelshörnern wollen wir natürlich über die Ostertage nichts zu tun haben ... In diesem Sinne wünsche ich einen schönen Ausklang des Gründonnerstag-Abends. 

 

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