Fotobrief vom 3. April 2020 – Frösche, Mundschutze und Eier

Mehrfach habe ich in meinen Fotobriefen von meinem mittlerweile liebgewonnenen Ritual berichtet, täglich um 18 Uhr bei Daniel Hope (Nachhören über arte concert – hope@home) und um 19 Uhr bei Igor Levit (Nachhören über twitter: #igorpianist) in deren jeweiligen Wohnzimmern zu Gast zu sein und wunderbare Musik hören zu dürfen. Igor Levit war gestern von Herrn Steinmeier ins Schloss Bellevue eingeladen worden und hat nach anerkennenden und warmen Worten des Bundespräsidenten auf einem Flügel in einem völlig leeren Saal Beethovens Waldstein-Klaviersonate gespielt – fantastisch! Bei Daniel Hope und Christoph Israel waren wieder außergewöhnliche Menschen zu Gast, natürlich einzeln. Besonders beeindruckt haben mich die äußerst temperamentvolle Hornistin Sarah Willis, die unter anderem auf einem Gartenschlauch Horn gespielt hat oder gestern der Autor Robert Wilson, der einen aktuellen und sehr berührenden Text, begleitet von Musik von Arvo Pärt ("Spiegel Im Spiegel") gelesen hat.

Was hat das alles nun mit meinem Foto des Tages zu tun? Am 1. April stand bei Daniel Hope eine Puppe (vermutlich ein Teufel) auf dem Sideboard, der einen Mundschutz trug. Das hat bei mir einen Einfall und eine Gedankenkette ausgelöst. In unserer Wohnung sitzt im Wohnzimmer schon viele, viele Jahre auf dem Vertiko ein Frosch mit Weihnachtsmannmütze als Andenken an unsere Neuseelandreise von Dezember 2006 bis Januar 2007. Diese wird wohl die längste, am weitesten entfernte, abenteuerlichste und überhaupt außergewöhnlichste Reise in unserem Leben gewesen sein. Um im dortigen Sommer ein wenig Weihnachtsstimmung zu haben, haben wir uns eine Froschhandpuppe gekauft und eine Weihnachtsmannmütze, die es dort tatsächlich für Hunde zu kaufen gab (kein Scherz!). Der Frosch hatte während der weiteren Reise einen Ehrenplatz auf dem Armaturenbrett unseres Wohnmobils und natürlich gibt es davon Fotos, die ich gesucht und gefunden habe:

Wir sind inzwischen sehr viel älter geworden und auch der Frosch ist inzwischen ergraut. Ich konnte nun nicht an mich halten und musste ihm zusätzlich zur Weihnachtsmannmütze einen meiner vor zwei Wochen selbst genähten Mundschutze verpassen.

Auf die kontrovers geführte Mundschutz-"Behelfsmasken"-Diskussion will ich mich jetzt gar nicht einlassen und natürlich möchte ich auch die Ernsthaftigkeit der gegenwärtigen Situation mit meinen Spass-Fotos nicht in Frage stellen. Ich habe mich nur daran erinnert, wie es zu tiefsten DDR-Zeiten war - vielleicht erinnern sich ein paar von Euch daran. Als Eier knapp waren, wurden sie aufgrund des enthaltenen Cholesterins für schädlich erklärt und waren verpönt. Als wieder genug da waren, hieß es: "Eier sind so gesund. NIMM EIN EI MEHR!"

So, das war zum Wochenausklang mal ein seichteres Thema. Ein neues, etwas anspruchsvolleres fotografisches Sternenprojekt ist aber schon in Planung. Viele Grüße und alles Gute für Euch vom solidarisch vermummten Weihnachtsfrosch und natürlich auch von mir. Catharina

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