Fotobrief vom 27. März 2020 – Corona mal anders Teil 2

Im Fotobrief vom 18. März, in dem es um totale Sonnenfinsternisse ging, habe ich Euch einen fotografischen Beitrag über Polarlichter angekündigt. Wie die meisten wissen, haben Andres und ich im März vorigen Jahres eine gründlich vorbereitete Reise nach Abisko in Lappland gemacht, um bei erwarteten Temperaturen um minus 25 Grad Polarlichter zu fotografieren. Das Unterfangen war erfolgreich, in fünf von acht Nächten kamen wir zum Zuge. Und die chinesischen Babies* müssten inzwischen auch geboren sein.

Polarlichter entstehen, wenn elektrisch geladene Teilchen des Sonnenwinds (den konntet Ihr als Korona auf dem Foto der totalen Sonnenfinsternis sehen) aus der Magnetosphäre auf Sauerstoff- und Stickstoffatome in den oberen Schichten der Erdatmosphäre treffen und diese ionisieren. Dabei wird elektromagnetische Strahlung emittiert, es wird Licht ausgesandt. Polarlichter können verschiedene Farben haben. Meist herrscht grünes Licht vor, es entsteht durch Sauerstoffatome, die in gut 100 km Höhe angeregt werden. Sauerstoffatome emittieren aber auch rotes Licht, was hauptsächlich in der dünneren Atmosphäre in höheren Schichten in etwa 200 km Höhe entsteht. Angeregte ionisierte Stickstoffmoleküle senden auch violettes bis blaues Licht aus.

Es treten vier verschiedene Arten von Polarlichtern auf, welche abhängig von den Sonnenwinden sind. Diese sind: Corona, Vorhänge, ruhige Bögen und Bänder. (Für Astro-Freaks: wissenschaftlich werden sie gemäß der Vallance-Jones Classification unterteilt).

Heute zeige ich Euch ein Foto der Corona eines Polarlichtes am Zenit. Bei genauem Hinschauen lässt sich das Sternbild des großen Wagens erkennen (ungefähr obere Mitte). Neben grün ist auch ein Hauch violetter Farbe erkennbar. Die anderen Polarlichtformen (Vorhänge, Bögen und Bänder) kann ich Euch gern zu einem späteren Zeitpunkt auch noch zeigen.

* Wir standen zu zweit möglichst weit weg von der Zivilisation, meist mitten auf dem zugefrorenen Torneträsk. Direkt im Ort waren aber auch immer wieder chinesische Reisegruppen, die oft nur eine Nacht blieben. In Polarlichtnächten ein Kind zu zeugen, soll höchstes Glück für das Kind bringen. Ihr könnt Euch vorstellen, was da los war.

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