Fotobrief vom 27. April 2020 – Der alte Mond in den Armen des jungen Mondes

Hallo,
am 7. April habe ich Euch den Supermond gezeigt. Inzwischen sind fast drei Wochen vergangen, vor vier Tagen war Neumond. Inzwischen zeigt sich wieder die Mondsichel im Abendlicht. Gestern war in der Abenddämmerung ein hübscher Sichelmond gemeinsam mit der Venus am Westhimmel zu sehen, bis beide nach Mitternacht untergingen. Die sonnenabgewandte Seite des Mondes wurde dabei leicht vom Erdlicht erhellt.

Erdschein oder Erdlicht nennt man Sonnenlicht, das von der Erde ins All reflektiert wird. Vor 500 Jahren beschrieb Leonardo da Vinci den Erdschein als Sonnenlicht, das von den Ozeanen der Erde reflektiert wird und die dunkle Mondoberfläche beleuchtet.

Das Erdlicht erreicht den Mond auf seiner uns zugewandten Seite. Dadurch werden hier auch von der Sonne unbeleuchtete Flächen matt beleuchtet. Am besten ist der Widerschein des Erdlichts bei sehr schmaler Mondsichel wenig vor oder nach Neumond sichtbar, sofern die blendende Sonne in gewissem Winkel unter dem Horizont steht – wie gestern. Aus der Zeit vor der richtigen Deutung dieser Erscheinung stammt die poetische Umschreibung „Der alte Mond in den Armen des jungen Mondes“.

Viele Grüße, Catharina

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