Fotobrief vom 20. April 2020 – Sternspuren, eine Fortsetzung

Hallo, in der vergangenen Nacht waren die Bedingungen für eine Sternspurenaufnahme noch einmal sehr günstig. Die Nacht war klar, es gab kein störendes Mondlicht und vor allem nach wie vor keine Flugzeuge am Himmel! Ein solches Flugzeug hätte uns morgen Nachmittag eigentlich aus Andalusien zurückbringen sollen – aber das nur nebenbei. So nutze ich den heutigen Urlaubstag zur Bildbearbeitung.

Ich bin nach einigen Details bezüglich der Sternspurenfotografie gefragt worden, die ich hiermit gern mitteile. Sinnvoll ist die Durchführung nur während der dunklen Nacht – die leider in Berlin nicht wirklich dunkel ist, wie ich anhand der Bortle-Skalen kürzlich erläutert hatte. Bevor die Phase der dunklen Nacht beginnt, gibt es verschiedene Dämmerungsphasen. Gestern (19.4.2020) begann in Berlin die bürgerliche Dämmerung um 20:13 Uhr, die nautische Dämmerung um 20:50 Uhr und die astronomische Dämmerung um 21:37 Uhr. Die dunkle Nacht begann um 22:32 Uhr und endete um 3:38 Uhr. Im Anschluss gab es wieder die astronomische, nautische und bürgerliche Dämmerung, bis um 5:57 Uhr die Sonne aufging. Meine Aufnahmezeit begann ungefähr eine Viertelstunde vor der Phase der dunklen Nacht und endete eine Viertelstunde nach deren Ende, konkret von 22:16 bis 3:54 Uhr.

Ich nutzte meine Sony 6300 mit einem 12mm-Weitwinkelobjektiv von Samyang auf einem superschweren Stativ. Siegfried und Klaus haben mir vor einiger Zeit dieses hochgewichtige Exemplar für´s Dach geschenkt und es leistet dort hervorragende Dienste – danke noch einmal dafür!

Die Stromversorgung für die Kamera ist ein (fast endloses) Extrathema, auf das ich bei Bedarf später einmal eingehen könnte. Nur ganz kurz: Über einen Akku-Dummie und weiteres Zubehör versorge ich die Kamera mit Strom aus einer Powerbank. Außerdem nutze ich mit einer weiteren Powerbank ein Heizband für das Objektiv, damit es nicht beschlägt.

Zu den Einstellungen: Manuelle Kameraeinstellung (auf „Bulb“), manuelle Scharfstellung, ISO 100, Blende 8, 119 Sekunden Belichtung, eine Sekunde Pause. Die Steuerung erfolgt über einen Timer. Ich muss also nicht die ganze Nacht auf dem Dach stehen. Ich fotografiere immer im Rohdaten-(Raw-)-Format, das bietet mehr Möglichkeit der Nachbearbeitung als das herkömmliche Jpeg-Format.

Heute Nacht entstanden während der gut fünfeinhalb Stunden also 170 Einzelbilder, die ich anschließend in Lightroom bearbeitet und mit der speziellen Software StarStaX (=freeware) zusammengesetzt habe. Hier das Ergebnis:

Nachdem die sehr helle Venus irgendwann untergegangen war (die helle Linie links im Bild) wanderten in der zweiten Nachthälfte auch so langsam die Sterne des großen Wagens ins Bild. Ich habe das Ende der Spuren von vier Sternen des Wagens (auf dem gleichen Foto wie oben) hier noch mit roten Punkten markiert:

Ich wünsche einen schönen Wochenstart und alles Gute, Catharina

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