Fotobrief vom 10. Mai 2020 – Berge des ewigen Lichts

 

Hallo, mein letzter Fotobrief ist nun eine Woche her. Nein, ich habe das Projekt nicht beendet, es gab aber einfach zuviel anderes zu tun in dieser Woche. Das Foto für den aktuellen Fotobrief hatte ich schon Anfang der Woche gemacht, es zeigt mal wieder der Mond – wie überraschend. Diesmal wollte ich den kraterbedeckten Südpol mit dem Aitken-Becken zeigen, das geht an einem bestimmten Tag in der Phase des zunehmenden Mondes am besten. Nord- und Südpol des Mondes sind die Endpunkte der Rotationsachse des Mondes. Von der Erde aus erscheinen sie nicht genau am Rande der Mondfigur, sondern infolge einer periodischen Richtungsschwankung („Libration in Breite“) jeweils unter einem sehr flachen Winkel von maximal 6,7°. Vereinfacht gesagt, der Mond „eiert“ etwas um seine Achse. Das kann man in Timelapse-Aufnahmen eines ganzen Mondzyklus auch gut sehen. So eine Timelapse-Aufnahme kann man vermutlich nur von einem Observatorium und bei immer klaren Nächten machen.

Die Umgebung des Südpols ist wesentlich gebirgiger als jene des Nordpols und ein mit Kratern übersätes Hochland. Die Kraterränder und Höhen an beiden Mondpolen befinden sich fast immer im Sonnenlicht, deshalb wurden sie von früheren Selenografen „Berge des ewigen Lichts“ genannt. Die Selenografie (Mondkartierung), ist das zum Mond gehörige Analogon zur Geografie. Das Wort ist aus den griechischen Begriffen für Mond (Σελήνη, Selene) und zeichnen (γραφειν, grafeïn‚ zeichnen, schreiben) zusammengesetzt.

Hier kommen sie also, die Berge des ewigen Lichts im Süden des Mondes:

Links oben (bei ca. zehn Uhr) sind die Strukturen zu erkennen, auf die ich im letzten Fotobrief am 3. Mai beim „Goldenen Henkel“ hingewiesen habe: Regenbogenbucht und Jura-Gebirge. Mit einem Blick vom Dach gen Osten verabschiede ich mich für heute. Ich gehe davon aus, dass ich mein Fotobrief-Projekt erstmal fortsetze, sich die Frequenz meiner Fotobriefe in Zukunft jedoch etwas reduzieren wird, vielleicht als „Brief der Woche“ oder „Brief des Monats“?

Herzliche Grüße, Catharina
Catharina

 

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