Fotobrief vom 1. Mai 2020 – Regenbogen, die Steigerung

Wenn ich gewusst hätte, was gestern Abend am Himmel abgeht, hätte ich mit meinem Fotobrief von vorgestern noch einen Tag gewartet! Ich war gerade mit den Gutachten fertig, die Tagesschau hatte begonnen, draußen blitzte und donnerte es und die Regentropfen knallten auf die Dachluke, so dass man den Ton der Nachrichten lauter stellen musste. Plötzlich brach der Himmel auf und das Zimmer wurde von orangenem Licht geflutet. Beim Blick aus dem Fenster war ein kleiner Teil eines Regenbogens sichtbar. Ich MUSSTE auf´s Dach! Nicht so einfach, bei strömendem Regen aus einer Dachluke zu kommen, ohne dass Wohnung oder Kamera nass werden. Und weiterhin nicht einfach, einhändig die Kamera zu bedienen und mit dem anderen Arm den Regenschirm zu halten, ohne dass er ständig ins Bild wedelte. Ich kam mir vor, wie Pan Tau auf dem Dach. Um 20:06 Uhr boten sich als erstes diese beiden Bilder. Mein Schatten ist auf dem zweiten Bild auch erkennbar - häufig die einzige Möglichkeit für mich, auch mal auf einem Bild zu sein, diesmal aber unfreiwillig:

Da der Blick nach Süden ging, musste ich also noch etwas weiter auf das freie Dach gehen und habe mich dort an einem Panorama versucht.

Trotz der Regenschirm-Akrobatik waren trotzdem sofort Regentropfen auf der Linse, also riss ich immer wieder meinen Pullover hoch und habe versucht, sie (ebenfalls einhändig) mit meinem Unterhemd wegzuwischen. Gut, dass mich keiner dabei beobachtet hat – hoffe ich. Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden. Um nicht zu verwackeln, hatte ich die ISO von Anfang an auf 1600 hochgesetzt. Das folgende Pano mit zwei kompletten Bögen ist aus sieben Einzelfotos zusammmengesetzt.

Alle Phänomene, die ich im letzten Fotobrief beschrieb (Nebenregenbogen, Alexanders dunkles Band, im Band die roten Seiten einander zugewandt) lassen sich gut erkennen. Um 20:11, also gerade mal fünf Minuten später, war das Ereignis vorbei. Die verbliebenen Tropfen auf der Linse verschönern das letzte Foto des Tages in Richtung der gerade untergehenden Sonne:

Mit nassen Socken, aber glücklich über das Erlebnis und gespannt auf das Ergebnis, kletterte ich in die Wohnung zurück.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben